• Stimme als Instrument

    Dienstag, 7. August 2018 - 1 Kommentar


    Stimme als Instrument
    Wir erlauben uns heute Ihnen eine Bearbeitung des "Air" von J. S. Bach (aus der Suite Nr. 3 D-Dur) für Sopran, Violine und Klavier ans Herz zu legen. In dieser Version des „Air“ von J. S. Bach entfernt sich der Gesang von einem ganz wesentlichen „Partner“, dem Wort bzw. der Sprache als Ausdrucksmittel in der Musik.

    "Wer singt, lernt den Umgang mit Sprache, die Achtung vor der Sprache, vor einzelnen Worten, lernt den Worten durch die verschiedenen Färbungen eine größere bzw. genauere Beschreibung zu geben. So kann z. B. das Wort „Schatten“ mal als bedrohlich, mal als schützend charakterisiert werden. Dies hilft der Musik leichter verstanden zu werden, kann aber auch ablenken von der Musik und ihre ganz eigene Entfaltung beschränken.
    Darum ist das Musizieren ohne Sprache für mich eine ganz neue Erfahrung. Es gibt natürlich auch Kompositionen, die als „Vokalisen“ geschrieben wurden (z. B. Rachmaninov „Vokalise“), jedoch ist das Musizieren dieser Vokalisen für Stimme ein anderes Musizieren, weil es von vorn herein für die Stimme bestimmt gewesen ist. Das Singen der Arrangements von Bernhard Wünsch hingegen setzt die Stimme anstelle eines Instrumentes, was ganz andere Anforderungen mit sich bringt. Dem Gesang wird es ermöglicht sich vollkommen gleichwertig unter den anderen Instrumenten zu bewegen. Eine neue Freiheit des Klangspektrums kann hier entstehen und wachsen. Die Stimme ist mal Solist, mal Begleitung, mal Ensembleglied. Ohne die Hilfe des Wortes müssen Klangfarben erzählen können, den Hörer ohne das Mittel Sprache die Geschichte und Tiefe der Musik erkennen und verstehen lassen." (Eilika Wünsch)

    Wir sehen darin eine große Chance für das Erleben der Musik, denn der Hörer erkennt natürlich die Stimme immer noch als Stimme und in ihr das „Instrument“, das ihn am meisten berührt, mit dem er sich am innigsten identifiziert – hat er selbst doch in seinem Leben unzählige Melodien „vor sich her“ gesungen.

    Musizierende:
    Eilika Wünsch: Sopran
    Anne-Claudia Renz: Violine
    Bernhard Wünsch: Klavier

 

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