Herzlich Willkommen! - lied kunst

 

Das Duo  

Es gibt im weiten Feld der Kunstlieder wahrlich wenige Duos, denen die Liaison zwischen Dichtung und musikalischer Ausdeutung so eng verschmolzen und zugleich so überaus differenziert interpretiert gelungen ist. Die ganze Kunst der Liedgestaltung bündelt Eilika in einer überraschend ungekünstelte Darstellung und einem ganz natürlichen, wie aus dem Moment geborenen Tonfall. Auch die dynamische Flexibilität und die kluge Phrasierung gereichen als selbstverständliches Ausdrucksmittel der innigen Verbindung von Lyrik und Komposition. Und Bernhard Wünsch zeigt am Klavier durchgehend ein Gespür für die besonderen und doch sehr natürlichen Farbwerte dieser hier vorgestellten Lieder. Sein zugleich begleitendes, tief in sich ruhendes und die innere Dramatik voran treibendes Musizieren spürt den hinter dem Notentext stehenden Botschaften der Komponisten nach und setzt die Angaben der Komponisten ebenso um wie das, was zwischen den Zeilen steht.
Das Duo gestaltet die Lieder als frei atmende, entwicklungsreiche und in sich klar geformte Interpretationen, voller Wärme, vielschichtig und abwechslungsreich vor allem durch die prägnant gesetzten dynamischen Kontraste und die strukturiert geführten, den Text und die Musik dramaturgisch ausleuchtenden Temponuancen. Dabei ist es als Glücksfall zu bezeichnen, dass sich hier zwei diesem Genre derart zugetane Menschen fanden und sich die Möglichkeit geschaffen haben, täglich, frei und ohne Zeitdruck oder unmittelbares Ziel an diesen oft so fragilen Werken zu arbeiten, sie immer wieder zusammen zu musizieren und so im Konzert eine ebenso durchdachte wie vollkommen freie Interpretation entstehen zu lassen. In diesem „entstehen lassen“ erfährt der Zuhörer das Duo als reines Medium des Textdichters und des Komponisten, man fühlt sich dem im Moment statt findenden Schöpfungsprozess der Lieder nahe und trägt so ein un-“erhört“ tiefes poetisches und musikalisches Erleben mit nach Hause.
Zudem genügt es den beiden Musikern nicht, "nur" die Lieder zu musizieren. Sie binden in die Konzerte Zeitzeugnisse in Form von Briefen, amtlichen Veröffentlichungen (Stichwort "Zensur"!), anderen Gedichten der involvierten Lyriker, Kommentaren von Zeitgenossen u.v.m. ein. Mit Blick auf diesen - oft erschreckend aktuellen - historischen Kontext entstehen spannende und inspirierende Interpretationen dieser viel gespielten Werke.

Bernhard Wünsch
Dirigent und Pianist

Bernhard Wünsch wurde 1965 in Augsburg geboren und studierte nach dem Abitur an den Musikhochschulen in Würzburg und München. Noch davor wurde er Assistent von Rolf Beck beim Chor der Bamberger Symphoniker. Schon während des Studiums dirigierte er mehrere süddeutsche Orchester, war Assistent von Horst Stein bei den Salzburger und Bayreuther Festspielen und besuchte Meisterkurse bei Sir Colin Davis und Rolf Reuter. Es folgten Stationen an Theatern in Bielefeld, Wiesbaden, Duisburg, Köln und Stuttgart, dazu zahlreiche Rundfunk- und CD Produktionen und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Orchestern in ganz Deutschland. Seit 1995 ist Bernhard Wünsch europaweit als Dirigent unterwegs. Er dirigierte außer in Deutschland in Russland, Puerto Rico, Italien, den Beneluxstaaten, Frankreich, Spanien, Weißrussland, Mexico, Israel und in den Niederlanden.
Eine herausragende Eigenschaft von Bernhard Wünsch ist seine Vielseitigkeit, so spielte er jahrelang nahezu alle großen Parts für Klavier und Orgel bei den Bamberger Symphonikern, orchestrierte u. a. den Zyklus „12 Lieder“ von Karol Szymanowski (Original geschrieben für Klavier) für großes Orchester und dirigiert erfolgreich diverse Crossover-Projekte und sehr regelmäßig Filmmusik, natürlich mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg sowie im berühmten TELDEX Studio Berlin.
Als Pianist ist er ein leidenschaftlicher Kammermusiker und Liedbegleiter, hier in zahlreichen Liederabenden mit Werken von Schubert (u. a. Winterreise), Schumann (u. a. Dichterliebe), Brahms, Zemlinsky, Szymanowski, Liszt, , Pfitzner, R. Strauss u.a.
Zusammen mit der Sopranistin Eilika konzertierte und konzertiert er mit immer wieder neuen Liedprogrammen auf mehreren Tourneen durch Japan sowie in Deutschland. Das Duo hat mit der vorliegenden Veröffentlichung bislang 9 CDs aufgenommen, weitere sind in Vorbereitung.
www.bernhard-wuensch.com

Eilika Wünsch - Sopran
   
"Eine große Stimme, die die Qualitäten eines verhaltenen weichen dunklen Mezzosoprans ebenso wie urgewaltige mitreißende Sopranarien beherrscht." (Schw. Post)
"… mit der Stimme von Eilika wird Musik zu wahrer Musik! Sie lässt Mozart blühen und infiziert Ensemble, Orchester und Publikum mit ihrer Musikalität." Hiroshi Gunji (Dirigent, Tokyo)

Die im norddeutschen Ostfriesland geborene Sopranistin hatte sehr früh, zunächst über das Klavier, Zugang zur klassischen Musik. Seit dem 16. Lebensjahr widmete sie sich ihrer professionellen Gesangsausbildung, die sie in San Diego (USA) begann und ab 2002 in Detmold und München fortsetzte und mit Meisterstudien vor allem bei Prof. Haruhito Kobayashi und KS Prof. Roland Schubert, sowie bei Prof. D. Fischer-Dieskau, Roman Trekel, Prof. Uwe Heilmann, und Prof. Kurt Widmer  (Meisterkurse).
Eilika gab bereits während ihres Studiums zahlreiche Konzerte im gesamten norddeutschen Raum, u.a. in Detmold, Lübeck, Hannover und Hamburg. Ihr Debut - nach den ergänzenden Studien - gab sie mit Liederabenden in Prag (2006) sowie ausserhalb Europas in Japan (2007), wo sie sich mit weit mehr als 150 Liederabenden einen Namen machte. Hierzu gehören Konzerte in Konzerthallen wie Shinjuku Bunka Center (Tokyo), Fukushima Ongaku-Do, Nagano Bunka Kaikan, Hiroshima Shinmin-Kaikan, etc. Zu ihrem Repertoire zählen hier die Werke fast aller deutschsprachigen Liedkomponisten. 2009 fand in Fukushima, Japan, zu Ehren der Sängerin ein internationales „Klassik-Festival“ statt. Im folgenden Jahr wurde das Festival wiederholt und konnte aufgrund der Katastrophe im Jahr 2011 nicht mehr statt finden.
Im Juli 2010 gewann Eilika den Gesangswettbewerb „Premium Audition“ in der Schweiz, ihre erste Einspielung legte sie im September 2011 mit der Winterreise von Franz Schubert vor. Weitere zahlreiche CD-Aufnahmen folgten 2012-16 mit Aufnahmen des von ihr leidenschaftlich geliebten deutschen Kunstliedes (u.a. Werke von Robert Schumann (Dichterliebe, Liederkreis), Brahms, Zemlinsky, Liszt, Szymanowski, R. Strauss u.a.).
Sie gastierte neben Konzerten im deutschsprachigen Raum vielfach in Japan sowie dem europäischen Ausland. Seit 2012 entstanden Aufnahmen mit dem Radiosymphonieorchester Minsk, mit Werken von Mozart, Puccini, Szymanowski und Wolf. Ihr Repertoire reicht von leichter bis dramatischer Koloratur und umfasst auch die lyrischen Partien (u. a. Konstanze, Donna Anna, Violetta, Gilda, Königin der Nacht, bis Michaela und Mimi). 2016 legte sie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg eine CD mit den großen Arien beliebter Mozart-Opern vor.
Ihre große Leidenschaft gilt daneben auch dem Kunstlied und der darin lebenden innigen Verschmelzung von Stimme und Klavier, mit der sie nun seit einiger Zeit zusammen mit dem Dirigenten und Pianisten Bernhard Wünsch in vielen Konzerten das Publikum in ihren Bann zieht.  
www.eilika